Entschleunigung,

das ist das Zauberwort. Das Meer kommt und geht mit jener Gewissheit wie die Tagesschau, nur nicht immer pünktlich um acht. Das Meer sorgt für Überraschungen, es ist in einem Prozess ständiger Wandlungen, es bewegt sich fort und fort, ist mal mehr da und mal weiter weg. Die Küste verändert sich merklich, einmal kommen die Korallen des Riffs mehr zum Vorschein, ein andermal verschwinden sie und werden zur Sandbank.

Die Bemühungen der Menschen, das Meer aufzuhalten erscheinen absolut lächerlich. Mauern aus Naturstein werden vom Sand überrollt, Palmen gefällt, große Bäume entwurzelt … . Diese Kraft der Natur zu erleben beruhigt mich, lädt mich ein in den Kreislauf der Natur einzutreten, nichts geht verloren. Alles unterliegt einem ständigen Wandlungsprozess.

Gestern feierten wir das Fest der Yemanja. 2. Februar. Es kam extra eine Candomble Delegation auf dem Schiff aus Valenca. Da es auf der Insel seit Jahren kein Terreiro mehr gibt. Die Gebäude versinken in einem Urwald, mir direkt gegenüber. Exotische Pflanzen, einst von den Sklaven aus Afrika heimlich mitgebracht, wuchern über Mauerreste. In sind im Augenblick von Nordamerika aus missionierende evangelikale Freikirchen mit einem Hang zu Teufellsaustreibungen und Bessesenheiten durch den Heiligen Geist in. Mit Mikro, Verstärker und Megaboxen an Lautstärke nicht mehr zu toppen. Religiosität kenn keine Grenzen und mit den neu angeschafften Schlagzeugen  gleichen diese wöchentlichen religiösen Veranstaltungen durchaus Candomblefesten. Jetzt eben christlich initiert.

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