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Bon fim, so heißt eine Walfahrtskirche in Salvador da Bahia

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Hier her gehen die Bitt- und Dankgebete vieler Gläubigen. Ende gut alles gut. Gerda Boysen spricht vom Happy Ending einer Therapiestunde. Für uns Tänzerinnen geht es nicht um Anfang oder Ende, wir tanzen in unserer Zerbrechlichkeit, in unserem Schmerz und wir tanzen, wenn es uns gut geht als Ausdruck unserer Freude und Verbundenheit. Vor Freude tanzen, vor Jammer halb in Stücke gehn, so heißt ein Buch über die Pionierinnen der Körpertherapie von Hadassa Moscovici. 2005.

Wie sich dieser Prozess in langjährigen Schleifen, Windungen, Krümmungen und Luftsprüngen und in tiefer Geerdetheit vollzieht, bis wir unseren Körper als lebendige, dynamische Heimat, Tanzheimat erleben dürfen, davon erzählt uns RBB, eine Dancing Dialogue der ersten Stunden, die bis heute dabei ist und in deren Text sich die reiche Beschäftigung der DDKompagnie mit Philosophischen Strömungen wie dem Existenzialismus, mit Künstlern anderer Sparten, wie Eduardo Chillida aber auch mit dem eigenen Körper wiederfindet und eben, wo wir im DD Kollektiv damit hingekommen sind in unserer über 10-jährigen Forschungsreise in die unbekannten Feuchtgebiete und Wüsteneien unseres Körpers.

Leben vollzieht sich in wässriger Lösung sagte mein Bio- und Chemielehrer Herr Rüdiger. Folgen wir RBB in diesen flüssigen Klang des Seins der Biodynamik. Sie verbindet über ihren Körper, was die Philosopie nur auszusprechen vermag:

…  Ich lasse mal alles in einer offenen Verbindlichkeit mir selbst gegenüber und hoffentlich kommen diese Infos auch in meinen Zellen an. Ich spüre viel neue Kraft, vielleicht nicht unbedingt so sehr körperlich, doch auch körperlich, wenn ich hin spüre. Da wächst eine innere Kraft, eine Idee von mir selbst, was mich und meine Qualitäten anbelangt, die ich gerne nähren und wachsen lassen möchte….da öffnet sich ein Raum in mir, der fühlt sich heil an und riecht nach mir, symbolisch gesagt.

Es klingt nach einer energetischen Umpolung auf sämtlichen Ebenen, ohne dass ich es genauer benennen kann… ein tiefer stiller innerer Prozess, während auf einer anderen Ebene das Leben in Lichtgeschwindigkeit rast und ich viele verschiedene Baustellen parallel bearbeite. Es fühlt sich wie eine multidimensionale Selbstwahrnehmung an, wo ich das Leben nicht linear wahrnehme, wo ich Dinge hintereinander ablaufen, sondern gleichzeitig auf verschieden fühlbaren Ebenen…

Wo ich Altes und Neues spüre, mir bewusst wird…wo ich nah und fern gleichzeitig im Blick habe, ohne etwas festhalten zu können und zu wollen. Da, wo ich Grenzen spüre, die mich umfangen und halten, auch wenn ich den tieferen Beweggrund noch nicht kenne. Da, wo es sich grenzig anfühlt…ist es Halt oder gefangen sein?

Und da, wo sich mir innere Frei-Räume auftun, einfach so, ein absichtsloses Lebensgefühl…diese Augen-Blicke erfüllen mich mit einem inneren Schmunzeln und einer Ahnung von buntem, lebendigem Leben…Da lässt etwas los oder ich lasse etwas los?… nur im Gewahrsein meines Atems und dem Auf und Ab, dem Heben und Senken meines Brustkorbes…diese Sekunden spüren.

Sie schenken mir ein Geborgen sein in mir…Sekunden des Friedens in meinem Lebensgewebe. Da, wo nichts und alles offen ist. Das ist wohl die Nahrung, die Leib und Seele wirklich wahrhaftig gesunden lassen…im Dancing Dialogue mit mir und im Austausch mit Dir und den tanzenden HKiT-Frauen und anderen Menschen überhaupt.

Das ist ankommen und sein in meiner inneren Heimat. Immer wieder und jeden Tag von Neuem. Die Lebensstürme machen einfach grad keine Pause, so mein Gefühl…doch wenn ich es in solchen Momenten schaffe mich zu er-innern, inne zuhalten, meinem Atem lausche, ja dann spüre ich das Mich-wieder-anbinden-an meine-innere-Körper-Tanzheimat, das wieder ankommen und bleiben in mir….
Danke, dass es uns gibt:-)

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Anita Moser setzt das Ganze dann gleich mal in angewandten Tanz um. Auch wenn wir uns im DDKollektiv nur selten sehen, so sind wir doch von Aurich bis Regensburg über Pinneberg miteinander tänzerisch in Kommunikation. G.F.