Eine Woche nach dem Fest …

In der Kommentaren findet ihr eine kleine Auswahl der guten Wünsche und des Dankeschöns. Sie spiegelt besser als alle Worte die ich wählen könnte die gemeinsamen Festtage, die für mich ja bereits mit dem Ankommen der gastgebenenden Gruppe, der Supervison 2016 am Platz in Inzmühlen begann.

Wir waren ein wackerer kleiner Haufen an entschiedenen HKITlerinnen und stürzten uns mit Vergnügen in die Aufgabe supervisorisch zur eigenen Praxisgründung zu arbeiten, wobei jede bereits eine eigene Praxis unterhält und bereits reichhaltige Erfahrungen damit sammeln konnte, was es heißt, mit HKIT herauszutreten. Da ist ein Erfahrungsaustausch sehr hilfreich und bringt neue Ideen und frischen Schwung.

Doch mit dem Beginn des Forums am Do. den 11. August kamen andere Themen aufs Tablett, einige von uns waren auch im Forum aktiv und die Abschlussarbeiten, bis hin zur Wirksamkeitsstudie, die am Freitag 12. August präsentiert wurde gaben uns eine Fülle an HKIT-Infos für die Supervision, in der wir immer wieder die Frage bewegen: Was sind HKIT?

Da war es gut, erst einmal nach den Vorträgen und dem Sitzen in Bewegung zu geraten und das Gehörte und damit Miterlebte sich auf diese Weise einzuverleiben. Mein Lieblingswort der Festwoche, das in einem der Vorträge fiel. Einverleiben. Was für ein Wort. Trifft es doch genau das auf den Kopf, was ich in HKIT über 30 Jahre gelernt habe.

Es ist soviel, was wir im Laufe unseres Lebens uns einverleiben, an Begegnungen und Erfahrungen schon in der frühesten Kindheit. Wie funktioniert, dieses Einverleiben und wie werden wir Einverleibtes wieder los, wenn es unsere Lebendigkeit lahm legt? Dass Tanz und Musik da ein adäquates Mittel sind wussten bereits unsere Vorfahren und damit nimmt die Geschichte der Tanztherapie HKIT ihren Lauf.

Nachdem wir selbst in der von Freyja Fischer angelegten, wissenschaftlichen Studie zur Wirksamkeit der HKIT, erfahren durften, HKIT wirkt und das schon nach zehn Abenden und trägt entscheident zum körperlichen und psychischen Wohlergehen der Tanzenden bei, machten wir am Samstag, nach Supervision und Forum nun dem Festtag zum Jubiläum 30 Jahre HKIT den Praxisversuch und tanzten.

Zum Glück von Elke Wagner mit kluger Hand so geplant, gab es ein Tanzfest das seinen Namen verdient hat, so dass Bürgermeister Richter, kaum zu seiner Begrüßungsrede kam, bevor die Hummeln im Popo anfingen vom Tanzhaus in Inzmühlen Besitz zu ergreifen, was sage ich vom Tanzhaus? Der ganze Platz der Tanzheimat unter den alten Eichen begann vielfältig zu summen und zu schwirren und es war gar nicht so einfach diesen Bienenschwarm an Tanzbegeisterung auf der Songline des Maskenrituals entlang zu dirigieren.

Schon bei der Begrüßungsrede von Stefka Weiland gab es die erste Rhythmusdusche die es in sich hatte, zu einem leibundseele Rap der Extraklasse und schon da begann der Tanzrausch dieses Festtages im Kreise von 70 anderen fast nur HKITlerinnen und Sympatisantinnen, die nichts anderes wollten als sich bewegen, tanzen und Spaß haben.

Auf ging die Reise durch unser in 30 Jahren gemeinsam kreiertes HKIT-Land. In die Tiefen des eigenen Körpers eben so wie in die Weiten der menschlichen Tanzkulturen unseres Erdballs hinein, tanzten wir. Da war Verbundenheit spürbar, die es braucht sich so ein Tanzvergnügen wirklich einzuverleiben, sich daran zu nähren und zu sättigen. Bis hinein in die nächtliche Disco Zeit war diese Tanzenergie spürbar, fühlbar, greifbar.

Ich konnte spüren, was es bedeutet, wenn wir uns zusammen tun, wieviel Kraft darin steckt, was wir in Bewegung bringen und so folgte der Sonntag mit Zertifikatsvergabe und dem Treffen des Berufsverbands. Die ganze Woche von Dienstag bis Sonntag war ich am Platz und hatte miterlebt, wie sich die Energie aufbaute, die das Fest begann und wie es am Abreisetag, von jeder einzelnen HKITlerin die da sein konnte, mit heim genommen wurde.

Ein Stück von dieser Power, die wir da gemeinsam aufbauen und leben konnten, nach 30 Jahren HKIT;)). Das hat mir gut gefallen, zu spüren, was da gewachsen ist in dieser Zeit, wieviel Freude und Lebenskraft, wieviel Lebendigkeit. Danke allen, die dabei waren und danke allen, die mitgeholfen haben, dass das Fest zu unserem wurde.

Um Elke Wagner zu zitieren: Die da nicht dabei waren, die haben was versäumt. Stimmt, finde ich auch;)). G.F.

 

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Forum HKIT 2016

Heute Nachmittag eröffnen wir das Forum der HKIT 2016. Viele Frauen sind schon angereist, vor allem die Süddeutsche Fraktion ist vollzählig. Die Wiese hinter dem Gästehaus ist festlich geschmückt. Luftige Pavillions mit Solarlampignons, die im Auf und Ab des Wetters mal im Sonnenschein mal im Regenschauer vor sich hin schauckeln und auf ihren Auftritt warten.

Auf der Feenwiese schießen bunte Zelte wie Pilze aus dem Boden. Überall Blumenschmuck und in der Küche wird schon mächtig gebraten und gesotten. Am Freitag haben sich bereits 40 Gäste angekündigt, am Samstag werden wir über 80 Festgäste begrüßen zur 30 Jahrfeier HKIT.

Der kurz geschorene saftige Rasen gleicht einem grünen Berberteppich in einer Istambuler Moschee und die alten Eichen sind wie eh und je nicht aus der Ruhe zu bringen. Vorfesttagsstimmung in Inzmühlen. Eine Tänzerin reist an und bittet mich noch einmal den Weg über den Platz mit ihr zu gehen, den der Maskentanz nehmen wird.

Wo begegnen die Zuschauer, die ich von Schauplatz zu Schauplatz führen werde, den Maskenwesen? Worauf müssen wir achten, damit die Maskenwesen zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Platz erscheinen können. Wo spielt die Musik? Es ist heiß und stickig unter den Masken und die Trägerinnen können wenig sehen, ihr Blickfeld wird durch die Maske eingeschränkt.

Wo stehen noch Tische und Stühle im Weg? Müssen Zeltschnüre und Heringe anders platziert werden? Liegen Äste zum Stolpern im Gras? Ohhh, wir sind aufgeregt. Es wird schon alles gut gehen. Die Temperaturen im August zwischen 6 und 16 Grad. Kumuluswolken, Regen, Sonne in ständigem Wechsel. Das kühlt ab. Eine von den Supervisionsfrauen nimmt jeden Morgen ein Bad im Bach der an der Feenwiese vorbei fließt.

Heute Nachmittag haben wir die ersten Vorträge. Die 3-jähren Abschlussarbeiten werden präsentiert. Morgen dann die 5-jährigen und die wissenschaftliche Wirksamkeitsstudie die Freyja Fischer, Sozialpsychologin, zusammen mit Elke Wagner begleitet hat. Wir sind alle sehr gespannt auf diesen bunten Strauß an HKIT-Erfahrungen der sorgsam vorbereitet auf uns wartet. Die Abschlussarbeiten, die ich in schriftlicher Form bereits einsehen konnte sind vielversprechend und zeigen, was in HKIT alles drin steckt und wie jede einzelne HKITlerin diese Arbeit zu der ihren machen konnte. Das freut mich besonders. Denn nur wenn wir als Therapeutinnen autentisch sind sind wir ein Gegenüber für unser Klientel. G.F.

 

Ort der Erinnerungen

30 Jahre HKIT – braucht es da einen Ort der Erinnerung? Gerne, die Bibliothek in der Tanzheimat ist so ein Ort. Hier lagern die Fotos der vergangenen 30 Jahre, die Tanzbücher und auch die CDs die im Laufe der Zeit gemacht wurden, manche noch von Videokassetten überspielt. Bequeme Polster laden ein sich nieder zu lassen und an einem quadratischen Tisch die mitgebrachten Kostbarkeiten aus eigener Erinnerung auszubreiten und mit anderen zu Teilen.

Im TV laufen legendäre DVDs unserer Tanzarbeit, wie Juniper Tree, ein Video 2005 in New Mexico auf Ghost Ranch gedreht zeigt Tänzerinnen, die weder Kosten noch Mühen gescheut haben am 13. August 2016 wieder dabei zu sein und aus nah und fern angereist sind. Oder die DVD „ringsherum“ ein Projekt in Zusammenarbeit mit dem Springhornhof 2007. Warum nicht? Auch diese Aufnahmen zeigen damalige Tanzgrößen der HKIT, die ihr unter den Festgästen wiederfindet.

Mit HKIT immer up to date. Also werft mal einen Blick in die Bibliothek am 13. August 2016 und schwelgt in Er-Innerungen, in der Mittagspause ist Zeit genug … erzählt euch Geschichten, wie es damals war in Grube Louise, Rolfsen, auf dem Stolzenhof, in Berkhöfel, in Königshorst … oder wo immer ihr euer erstes HKIT-Rendevous hattet. Vom ersten Kennenlernen bis zur großen Liebe ist es manchmal nur ein Schritt oder es ist eine Reise um die Welt;)).

Meldet euch gerne bei mir, wenn ihr Lust und Freude habt, diesen Raum der Erinnerungen zu gestalten. Wir könnten auch eine Liste an die Türe hängen in der sich Treffen ankündigen, um 14 Uhr nach dem Essen New Mexico Treffen … oder Australienmeeting? Bestimmt habt ihr noch viele andere Ideen für eine Erinnerungskultur am Rand unserer Bewegungsangebote zu 30 Jahre HKIT. G.F.

13. August 2017 – Eine Vorschau

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30 Jahre HKIT – wir haben uns vorgenommen keine Rückschau zu halten sondern ganz im Hier und Jetzt zu feiern und in die Zukunft zu schauen. In diesem Sinne ist der Maskentanz zu dem wir als erstes in unserem Jubiläumsprogramm bitten eine wahre Fundgrube. Ruht doch unsere Arbeit mit den HKIT auf drei Hauptsäulen:

1. Dem Tanz aus dem Bauch

2. Dem Erforschen anderer Wirklichkeiten im Tanz auf der Basis der Arbeiten von Dr. Felicitas Goodman – nebenbei bemerkt aus Prinzip drogenfrei;))

3. Der Biodynamischen Körper- und Psychotherapie nach Gerda Boyesen

Bewegungen aus dem Becken heraus führen uns rasch in schamanische Welten unseres Unbewussten und öffnen magisch Räume der Verzauberung wie wir sie in Mythen und Märchen wieder finden. Darin schlummern große Heilungspotenziale die wir tanztherapeutisch in den HKIT erforschen und mit dem Dancing Dialogue Collective auf der Bühne ins Rampenlicht bringen. Der Maskentanz den ihr sehen werdet legt von diesem Heilsamen in der Kunst, auf das uns Joseph Beuys hinweist, ein lebendiges Zeugnis ab.

Von einer die auszog das Fürchten zu lernen

Begleiten wir unsere junge Protagonistin auf ihrer Heldinnenreise wie Hänschen klein in die Welt hinein. Kaum geboren gilt es die unglaublichsten Herausforderungen und Abenteuer zu bestehen und wer da nicht genügend Kraft hat bleibt in der Dornenhecke hängen, beißt in den vergifteten Apfel, wird von Zauberern festgehalten oder von bösen Hexen gemästet, geröstet und aufgefressen.

Es treten uns aber auch hilfreiche Geister zur Seite auf unserer Heldinnenreise ins Leben, Kräfte, die beschützend ihre Arme ausbreiten, die uns retten und wieder aufpäppeln. So lernen wir im Laufe unseres Lebens den Mut nicht aufzugeben, aus Stroh Gold zu spinnen und die Tanzkleider vom Machandelbaum zu Pflücken die auf dem Grab der Mutter wachsen. Wir integrieren unser Rumpelstilzchen rechtzeitig, bevor es unser Kind holt und stürzen uns todesmutig in die Brunnen die die Gebrüder Grimm für uns bereit halten um unsere Einweihung ins Frausein bei Frau Holle zu absolvieren und als Goldmarie aufzuerstehen.

Ihr erlebt eine Heldinnenreise, wie sie sich in Echt zugetragen hat und auf der jeden Tag aufs neue kleine Mädchen zur Heldin ihres Lebens werden. Für mich seid ihr auch Heldinnen, wenn es euch nicht gelingt den Drachen abzuwehren sondern wenn ihr vor Schrecken zur Salzsäule erstarrt und arge Pläsuren an Leib und Seele von überwältigender Gewalt davon tragt. Manch eine kommt hier unter den Schutz der alten Eichen und kann ein Lied davon singen, an diesem Ort, der nicht nur von ungefähr den Namen TANZHEIMAT trägt.

Liebe FreundInnen, ihr betretet das Gewebe unseres Lebens, wir bitten euch keine Aufnahmen mit Handies oder Ähnlichem zu machen und ganz einzutauchen in die Welt der kleinen Heldin. Haltet euch an mich, wenn wir über den Platz gehen und bleibt eng zusammen als Zuschauerpulk. Der ganze Platz ist beseelt von Wesen die unsere kleine Heldin auf ihrem Weg bedrohen oder ihr hilfreich zur Seite stehen.

Maskenwesen die uns auf unserer Heldinnenreise begegnen werden:

Die Prozession der bunt bemalten Geranienkästen

Die tanzende Schamanin

Die Erdmutter

Die Himalayabesteigung – Dünne Luft

Die Weiße

Der Nachtkrab

ToninTon

Musik Stefka Weiland

Ein Maskentanz des Dancing Dialogue Collektives: Claudia Baum, Renate Barbara Balzer,  Freyja Fischer, Andrea Gladrow, Anita Moser, Pia Neiwert, Malgorzata M. Pastian.

Gesamtleitung G.F.

Performanceprojekt Kloster Lüne

Ein Anfang ist gemacht. Wir waren zusammen mit einigen Gästen am 25. und 26. Juli 2016  in Kloster Lüne und haben uns tanzend diesem alterwürdigen Gemäuer mit seiner fast tausendjährigen Geschichte genähert. Wie geht das? Zunächst einmal gingen wir in den ersten Stock und tanzten in der Uhlenflucht. Einem Teil des Klosters, der komplett aus Holz zu bestehen scheint. Holz, das die Geschichte überdauert hat und viele Botschaften mit sich in die Gegenwart hinein trägt.

Wie begegnen wir dialogisch im Tanz solchen Größen? Hier lebten die Nonnen und später Stiftsdamen mit ihren Bediensteten in ihren Zellen. Das wussten wir. Doch welche Nähe, welche Intensität sich uns da über spürsames Bewegen erschloss, davon hatten wir keine Ahnung und erst im Nachgespräch rundete sich unser Tanz in der Uhlenflucht zu einem Ganzen, als sich die Erfahrungen der Gäste mit denen der Tanzenden im Dialog mit dem alten Holzräumen und ihren Informationen in Worten mitteilen konnte und das über den Körper Erspürte seine Resonanz im Ton unserer Stimmen fand.

Da war die Rede vom Tod und vom Leben, von den großen Dramen der Liebe und des Abschiednehmens, von Enge und eingeklostert sein bis zur großen Befreiung durch die Beschränkung. Waren die Frauen hier glücklich fragte Almut? Gibt es die glückliche Nonne?

Wir bereiteten uns mit intensiver Körperarbeit und den Basics auf diese Begegnung vor. Die beim AATINI gefundenen Themen gingen in Resonanz mit den Räumen des Klosters, wir tanzten den anderen Tag im Kreuzgang und in der Eingangshalle von Kloster Lüne, mit ihrem beeindruckenden Brunnen. Räume die durch die norddeutsche Backsteinkultur geprägt sind und mit einem warmen gebrannten Erdton punkten.

Die Musik von Stefka Weiland schien diese Cottatöne aufzugreifen und verlieh ihnen eine neue Bandbreite irdischer Klangfarben. Die Verbindung von Ton und Ton, wie sie die Philosophin Luce Irigaray in ihrem Essay DIE ZEIT DES ATEMS, Göttert Verlag, beschreibt, wurde greifbar. Hier ein paar Stimmen der Tänzerinnen:

Mein Rücken ergießt sich in den Boden!

Wie bin ich gemeint?

Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass man gehen kann.

Die Qualität jeder einzelnen Frau macht die Weltenkugel rund.

Es geht darum, sich dem Fallen hinzugeben, durch das Fallen kommt etwas zusammen, das Jahrzehnte, (Jahrhunderte … ?) auseinander gegangen ist.

Raus aus dem Gefangensein über das Zuendeführen einer Bewegung über Generationen.

Mit diesen Impressionen gingen wir nach der Körperarbeit in die Begegnung mit Kloster Lüne. Zurück kamen wir mit Einsichten wie:

Auflösung versus Begrenzung

Ausloten versus ausschöpfen

Den Raum zwischen den Menschen ausloten. Indem wir gemeinsam den Raum ausloten entsteht eine lebendige und gleichberechtigte Ordnung zwischen uns, da liegen die Früchte von DD: was ist lebendig in mir, was ist lebendig in uns? In der Verbindung von Innen-  und Außenraum liegt Lebendigkeit.

Ich bewege mich und bin gleichzeitig die Bewegte auf allen Ebenen, darin liegt der Wert der Bewegung. (Merleau Ponty) Der Körper ist Bewegung. Die Bewegung des Yin bestimmt die Lebensqualität.

Bändigkeit versus Unbändigkeit

Das Bildnerische im Tanz versus der Tanz als Darstellung

Provokative Erinnerungen von Leid, Gewalt durch die Kirche versus positive Erfahrungen mit den betenden Schwestern in rosa

Doch letztendlich brachte uns die Annäherung an Kloster Lüne und die im Vorgespräch mit Äbtissin Freifrau von der Golz angeklungenen Bedenken, ob Tanz denn Dialog sein kann und nicht viel mehr einen Monolog darstellt, zu der Frage: Was ist ein Dialog? Dieser Frage gingen wir in einem Tanzlab über boyesensche Körperarbeit: Fußsohle an Fußsohle, nach. Hier einige Ergebnisse der Studien:

Dialog ist, wenn zwei miteinander sprechen. Wie kann ein Gemäuer sprechen? Es braucht einen Geber und einen Empfänger gleichzeitig für einen Dialog sonst ist der Dialog von Einseitigkeit geprägt. Empfangen und Geben, im Austausch sein. In Resonanz gehen, der Raum ändert sich und damit ändere ich mich.

Der Monolog wird zum Dialog durch die Verbindung die entsteht.

Spielregeln für DD:

  1. Wir achten Grenzen. Zum Glück gibt es Grenzen und wir können tanzen.
  2. Wir legen Wert auf Gleichwertigkeit.
  3. Wir legen Wert auf die Qualität des Dialogs.
  4. Dialoge haben eine zeitliche Dimension
  5. Dialog ist Interaktion
  6. Es geht darum im Dialog zuzulassen, dass etwas Drittes, etwas Neues entstehen kann.
  7. Dialog geht über mich hinaus, wird schöpferisch, zur Kunst, zum Tanz.
  8. Dialog braucht ein Gegenüber.

 

Hier enden nun meine Aufzeichnungen und ich schließe mit dem Satz von Klaus Dörner aus Freispruch der Familie, Psychiatrieverlag, 2001. Dieser Satz lässt sich ohne weiteres auch auf unseren Dialogpartner der Backsteinkultur, Kloster Lüne, anwenden:

„Es geht nicht darum, den Anderen zu verstehen, sondern – innerhalb der Begegnung mit dem Anderen – sich selbst zu verstehen und sich für alles Unerwartete offen zu halten, was dabei auftaucht und einem dabei widerfährt.“

Ich bedanken mich noch einmal recht herzlich bei allen, die dazu beigetragen haben, dass dieses Tanzprojekt stattfinden konnte. G.F.

 

 

 

 

 

 

 

Fallbeispiel – Selbstwirksamkeit

 

Unser Wohnzimmer ist klasse für mich, weil im Wohnzimmer viele Kissen sind und die Kante des Sofas zum Lagern und die Dinkelschlange. Ich habe mich nach der Einzel mit meinem Bein beschäftigt. Ich habe so rumgemacht, die Außenrotation, Atmen, Jellyfish (eine Übung von Wilhelm Reich)… irgendwann hatte ich dann eine Bewegung, bei der ich mein Bein nach außen drehe und mit der Außenseite, unter der es sich so verspannt und leer anfühlt, über den tollen weil rauen und fühlbaren Sofabezug streiche.

Das war so eine Glückseligkeit, dieser selbst herbeigeführte Kontakt mit dem Sofa. Das war auch, was du in der Einzel sagtest, den Kontakt zum Außenraum spüren, als ob da Wasser wäre um mein Bein, aber das ist zu passiv, das schaffe ich noch nicht zu spüren, doch das mit der rauen Sofaoberfläche die mir entgegenkam ging gut. Es überfordert mich auch, das schon im Gehen zu spüren. 

Mir ist dann aufgefallen, dass in meinem Bein ja eigentlich auch Wasser ist, mit dem ich in Kontakt gehen könnte… Aber alles noch zu viel… Am Abend dachte ich dann mein Freund könnte mir das Bein mal massieren, einfach dass der Kontakt da ist. Hat er gemacht, einfach nur ausstreichen von oben nach unten, ich bin eingeschlafen. Ich glaube es war gut, aber es ist nicht das gleiche, wie wenn ich den Kontakt selbst mache, und das braucht es da.

Ich konnte auch meine Babybeine spüren, das Stehen und Gehen vor dem Bruch, in dieser Wonne wenn da Kontakt ist an dem Bein. Das Trauma ist glaube ich gar nicht der Bruch als ich vom Skateboard fiel mit 3 Jahren, sondern dieser Fuß, der da so lange in dem Gips drin war und gar keinen Kontakt hatte. Das spüre ich.

Eine Klientin schickt mir diesen Erfahrungsbericht nach der Einzelarbeit und mir fällt auf, wie wichtig diese Verbindung ist zwischen Körperarbeit und Tanz weil ich als Tänzerin das Selbermachen mehr im Focus habe als wenn ich massiere. Das erste Mal, als mir bewusst wurde: Finger weg, war bei einer Klientin, die immer sehr kalte Hände hatte. Es half rein gar nichts diese Hände zu berühren. Erst als sie anfing mich zu berühren kam Wärme ins Spiel und ihre Hände wurden lebendig. Diese Erfahrung einmal gemacht konnte ich dann noch sehr oft als Therapeutin erleben. Da gebt es um gespürte Selbstwirksamkeit.

Es ist nicht immer angemessen zu berühren, zu massieren, oft dient mein Körper wie in einem Pas de Deux einfach nur als Grundlage oder als Dreh- und Angelpunkt für die die Eigeninitiative der Klientin, für das was da aus ihr heraus will und mich berührt und damit ein Gegenüber findet. Auf diese Art kommt ihre Lebensenergie ins fließen, nicht in passiver Hingabe sondern in Aktion, da ist blockierte Kompetenz im Berühren, Begreifen, Anfassen, Zupacken. Manchmal werden meine Füße in die Hände genommen, ein anderes mal mit meinen Fingern gespielt oder mit den Füßen sanft gegen meine Bauchdecke getreten, es wird sich am Körper der Therapeutin geschubbert und gerieben, gedrückt und geschoben.

Es geht dabei um Erdung. Dieses Gefühl, das wir zum ersten Mal im Geburtskanal haben, wenn das Fruchtwasser abgegangen ist, da kommt uns Mutter Erde in Form des Körpers unserer Mutter, Haut, Muskeln, Faszie, Knochen, entgegen. Es wird irdisch. Geht uns dieser Kontakt verloren zum Irdischen, dann erleben wir Leere, wie die K. oben schreibt, wir verlieren den Bezug zu uns selbst und zu den anderen.

Die Folgen sind verheerend. Wir verlieren unsere Selbstwirksamkeit, also das Gefühl selbst etwas bewirken zu können, kompetent zu sein und rutschen in die Hilflosigkeit, Passivität, Letargie, ins Ausgeliefert sein, ins Nichts-machen-können. Die Wirksamkeitsstudie  der HKIT, die am 12. August im Rahmen des Forums HKIT in Inzmühlen der Öffentlichkeit vorgestellt wird hatte u.a. das Ziel diese Selbstwirksamkeit in den HKIT aufzuzeigen. Dazu ein kurzer Auszug aus dem Bericht, den Irma Benndorf zu der Studie verfasst hat zum Thema Kompetenzerwartung:

Nun ist natürlich die Frage: Wie ist die Veränderung der Kompetenzerwartung erklärbar? Mit der Methode HKIT® wird die die Körperwahrnehmung, befreiende Bewegungsmuster und das Folgen der eigenen Bewegungsimpulse trainiert. Außerdem wird geübt, die gemachten Körpererfahrungen zu verbalisieren. Letztlich wird in den HKIT® eine Verbindung des psychosomatischen Netzwerkes mit dem Bewusstsein gefördert und blockierte Energie Schicht für Schicht wieder in Bewegung gebracht. Diese Verbindungen von Psyche und Körper sind von verschiedenen WissenschaftlerInnen nach gewiesen worden.

Im weiteren führt sie zu dem Thema wissenschaftliche Studien an, es lohnt sich, am 12. 8. 2016 in Inzmühlen zu sein, wenn Irma Benndorf u.a. ihre Kommentare zu der Studie vortragen und sich die Praxis, wie ich sie oben schildere mit der Theorie verbindet und das ganze Wirkspektrum der HKIT sichtbar wird im Rahmen unserer 30-Jahre- HKIT-Feier.

Danke dass ihr euch kümmert!

Wie viele Frauen verfolge ich dieser Tage die Änderungen des Sexualstrafrechts aufgrund der Silvesternacht 2015/2016. Wenn ich die Abgeordneten, im Bundestag, aplaudieren sehe, der ganze Bundestag schien mir in diesem Moment nur aus Frauen zu bestehen, dann spüre ich mein inneres Kind und Mädchen und spüre, was es macht, wenn das, was ich erlebt habe an sexuellen Straftaten endlich auch so benannt wird. Es gibt mir im Nachhinein eine Ausrichtung, eine Bestätigung, einen Ort, wo ich hin gehen kann und Klagen, Anklagen kann. Ich spüre, wie unendlich wichtig das für uns Frauen ist. Wie es meine weibliche kindliche Welt zurecht rückt. Danke den mutigen und tapferen Politikerinnen und Verbandsfrauen, ihr seid wunderbar, danke dass ihr die Gunst der Stunde genutzt habt und euch kümmert und weiter so. Wir brauchen euch. Nein heißt Nein. G.F.

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WHKIT 5.-10. Juli 2016

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WHKIT Juli 2016 – Therme Soltau

Kontakt

Wir arbeiten differenziert zum Thema Kontakt. So, wie ich es an Land beim Massieren kenne, wo ist die Berührung angenehm, wo unangenehm, wie fühlt sie sich an? Physicaly, emotionaly, Phantasy? Fragen formuliert nach der Arbeit von Anna Halprin, wie wir sie bis heute in der HKIT anwenden. Oder: spüre den Kontakt zu dem anderen Körper. Male mit dem Bleistift an den Rändern der Berührungsfläche entlang, schneide die Fläche aus. Schaue sie dir an. Spüre zu der ausgeschnittenen Stelle hin. Kannst du da durchatmen? Wie stellt sich der Kontakt zwischen beiden Körpern an den Berührungspunkten her? Wie begegnen sich die Außengrenzen von Therapeutin und Klientin? Welches Geräusch entsteht an der Grenze? Eduardo Chillida sagt: Zum Glück gibt es Grenzen und ich kann Bildhauer sein. Für mich als Tänzerin umformuliert heißt das: Zum Glück gibt es Grenzen und ich kann Tänzerin sein.

So detailiert und analytisch im Wasser am Halten und Getragen werden zu arbeiten, das ist auch für mich neu und es stellt sich eine überraschende Spürsamkeit ein, die der Klientin und der Therapeutin neue Formen der Kontaktaufnahme zu ihrem eigenen Körper und auch mit den Heilkräften des Wassers ermöglicht. „Ich habe kleine Bewegungen in meinem Becken gemacht, die völlig neu sind,“ Caroline BB.

Kontakt zu uns selber. Kontakt zur Therapeutin. Kontakt mit dem Wasser. Das sind die drei Ebenen auf denen wir arbeiten in den letzten zwei Tagen. Es kommen Fragen wie: Kann ich mit Menschen die spastisch sind mit WHKIT arbeiten? Mit Menschen mit psychischer Behinderung? Aber auch wie umgehen mit Dissoziation im Wasser. Woran erkennen wir, wenn eine Frau sich auf und davon macht?

Auf jeden Fall schauen und deshalb ist eine Unterwasserbrille für alle Beobachterinnen des Settings unerlässlich, stellen wir fest. Die Unterwasserperformance der DDs im März 2016, BAPTISM, hat uns dazu die Wege geöffnet, siehe im blog.

Erste Schritte mit WHKIT

Dem ersten Mal WHKIT auf der Spur schlägt Caroline BB aus ihrer reichen beruflichen Praxiserfahrung mit spielerischer Bewegung vor, sich erst mal an den Händen zu halten im Wasser, mit beiden Beinen auf dem Boden stehen und sich gemeinsam ein bisschen spielerisch oder tänzerisch zu bewegen, es muss ja nicht immer gleich das Halten und Tragen auf dem Arm sein, das für manches Klientel einfach zu nahe ist und dann nur zu Abwehrreaktionen führt, wie Nackenverspannungen.

Wir sprechen auch von Dümpeln und erst mal die Bewegungen des Wassers spüren, bevor wir uns selber bewegen und davon, wie es sich im Wasser bequem wie auf einem Sofa, ich würde sagen, noch bequemer, liegen lässt. Der Tote Mann als Übungen mit seinen Versteifungen ist passé. Wir legen uns locker und entspannt auf der Seite ins Wasser. Wie geht das? Faszienarbeit. Geringste Bewegungen in der Faszie bringen große Bewegungen im Außen hervor. Dazu braucht es eine Nasenklemme.

Die Einführung der Nasenklemme in einer spielerischen Art tritt in den Fokus. Die Klientin liegt auf dem Arm der Therapeutin und wendet ihren Kopf mit Klemme ins Wasser zu den beiden Seite, so wie sie es will und wie ihr Atem es ihr vorgibt. Selbstbestimmt. Von da an kann es ab gehen in die Fluten.

Vorgespräch am Beckenrand. Eventuell erste Berührungen mit der Therapeutin. Klären von Stressfaktoren und was die Klientin braucht und sich wünscht. Es genügt völlig die ersten Stunden am Vertrauen zu arbeiten, am Loslassen und Getragen werden. Das ist keine leichte Übung, fällt oft schwer und führt oft zu Vorstufen der Dissoziation durch Erinnerungen daran nichts machen gekonnt zu haben, ausgeliefert gewesen zu sein … posttraumatische Belastungsstörungen und wie geht es da der Klientin zu folgen?

Auf jeden Fall sie an der Hand nehmen, nicht alleine lassen, immer in Kontakt bleiben, der rote Faden der Ariadne hilft zurück zu finden aus Schmerz, Verzweiflung und Verlassenheit. Ein weiteres Thema taucht auf, ich nenne es humorvoll

Stören

Was ist eine Störung? Was wir zu einer Störung machen. Störung ist eine Frage der Interpretation. Soviel mein lebenslanger Erkenntnisprozess. Es ist wichtig als HKIT Therapeutin an Land oder im Wasser in Kontakt zu sein mit unserem Klientel. Geht der Kontakt weg oder baut er sich gar nicht auf, so ist da eine Störung und wir fragen nach: Was passiert? Die typische Gerda Boyesen Fragen.

Störungen sind Stolpersteine. Sie sind notwendig uns aus dem Trott aufzuwecken. Störungen sind deshalb höchst willkommen in der therapeutischen Arbeit, weil sie Marker setzen, uns genauer hinspüren lassen. Nachzufragen wird oft als Störung erlebt und wir müssen als Therapeutin in den sauren Apfel beißen und auch manchmal die Böse Mutter sein und stören und damit aufzufordern aus dem Trott heraus zu kommen und tänzerisch neue Wege zu entdecken. Das kostet Mut ist aber als therapeutische Intervention immer dann angezeigt, wenn der Kontakt zur Klientin weg geht und ganz dem subjektiven Empfinden der Therapeutin anheimgestellt.

Im Wasser ist eine Kontaktaufnahme schwerer als an Land. Klar, ist der Kontakt auf der einen Seite intensiver, weil eine ganz andere körperliche Nähe möglich ist. Auf der anderen Seite können wir nicht eben mal was sagen oder fragen. Die Klientin taucht ins Wasser ein und wenn wir uns verbal austauschen wollen muss sie gelandet werden oder zumindest aus ihrem Wasser-sein zurück kommen.

Vegetative Prozesse

Haben wir Klientinnen, die im Wasser sich sehr viel bewegen, so hat das seine Hintergründe, der Muskel wird gespürt und damit das Ich, die eigene Kraft, das eigene Vermögen, Ich-Stärke. Das wollen wir und ist völlig o.k.. Wie steht es aber mit der Entspannung? Kann sich die Klientin entspannen im Wasser oder muss sie immerzu machen und tun um die Provokationen des Wasssers auszuhalten?

In einem Vegeto-prozess an Land oder im Wasser, also die Klientin bewegt sich, oft kommen die selben Bewegungen immer wieder, da ist es dringend erforderlich die Klientin nicht 45 Minuten alleine im Wasser ihre Übungen machen zu lassen sondern sie immer wieder anzusprechen, was passiert?, wie geht es ihr geht damit? um nicht den Kontakt zu ihr zu verlieren. An Land ist das viel einfacher möglich durch Aufmunterung, Unterstützung, wie: ja, weiter so, mehr, lauter … . Im Wasser holen wir die Klientin aus ihrem Schutzraum in den sie abgetaucht ist heraus.

Das erzeugt oft Widerstand und Unverständnis und nachgefragt kann es sein, die Klientin wünscht sich von der Therapeutin nur Schutzraum im öffentlichen Bad um sich austoben zu können. Das ist völlig o.k. und dann kann es weiter gehen. Doch dieses Nachfragen ist enorm wichtig und stellt wieder den Kontakt zwischen Klientin und Therapeutin her. Therapie ist Teamwork. Es ist mir nicht egal, was meine Klientin macht ich bin dabei, ich begleite sie, ich bin für sie da, wenn sie mich braucht. Diese Info ist wichtig, auch zwischendurch immer wieder zu geben um die therapeutische Beziehung zu erneuern und die Klientin nicht in Räumen alleine zu lassen, die das Wasser in vielfältiger Form und oft sehr provokativ zur Verfügung stellt.

Umgang mit alternativen Bewusstseinszuständen

Der sensomotorische Raum ändert sich unter Wasser. Wir hören anders, wir fühlen anders, wir sehen anders und wir bewegen uns anders. wir tauchen ein in einen anderen Bewusstseinszustand im Wasser. Das Eintauchen und Auftauchen aus solchen Räumen will wie in der Trancearbeit gelernt sein und braucht Spielräume zum Ausprobieren. Don’t get stuck, sagt Anna Halprin. Wir beschäftigen uns mit der Frage, wie interveniere ich als Therapeutin um in Kontakt zu bleiben zwischen dem Wunsch der Klientin nicht gestört zu werden und dem Wunsch nach Verbundenheit und Kontakt.

Wir probieren aus, wie das mit vorher gemachten Absprachen geht und stellen fest, dass solche Absprachen oft mechanisch rüber kommen und den Fluss zwischen K. und Th. behindern können, indem sie das gegenseitige Zueinanderhinspüren außer Kraft setzen. Solche Polaritäten sind immer wieder für mich als Tänzerin Auftrag und Anlass in Bewegung zu gehen und auszuprobieren, wie es spielt, tanzt zwischen den Gegensätzen.

Die therapeutische Beziehung

Im Schreiben denke ich noch einmal, wie wichtig es ist, auch im Wasser dem Klientel zu folgen und dass es eben ein oft langer und geduldiger Prozess ist, bis sich eine tragfähige therapeutische Beziehung einstellt, die Grundvoraussetzung für den therapeutischen Erfolg ist. Dazu gehört es auch, die Selbstwirksamkeit des Klientels zu fördern, das Gefühl zu vermitteln, du bist o.k., du weißt deinen Weg, ich als deine Therapeutin kann dich nur unterstützen und begleiten darin, deinen Weg zu gehen, denn letztendlich wirken die WHKIT wie die HKIT nur über die Selbstheilungskräfte des Klientels. G.F.

 

noch ein paar Daten

Wasserwiderstand

je nach Geschwindigkeit ist vier- zwölfmal mehr Kraft nötig als an Land

Gravity

10 % des Körpergewichts muss selbst geschleppt werden

 

Foto DD, Claudia Baum und Anita Moser

 

Supervision 2016 Juli

Supervisions-Jackpot HKIT

Eine Teilnehmerin: Es war eine unglaublich bewegte Woche zu viert, so intensiv und spannend in einer einmalig lehrreichen wie auch lockeren Atmosphäre. BEEESTEN DAAANK, dass du uns hast über deine Schulter schauen lassen…ich bin stark beeindruckt und begeistert, wie spielerisch und professionell du den Weg zu den inneren Kindern ebnest, mit wieviel Begeisterung und Humor!!!

Es ist einfach großartig, wie deine heilenden Kräfte wirken! Für mich war es der Supervisions-Jackpot:D

So ein begeistertes feedback ist wohltuend nach einer gemeinsamen Woche Supervision. Aus der Not eine Tugend machend haben wir die Supervision kurzerhand in Einzelarbeit umgewandelt und indem jede Teilnehmerin an ihren Themen mit mir arbeitete, konnten die anderen bei der Einzel hospitieren.

Ein seltener Glücksfall, weil normalerweise ist es ja nicht möglich mir bei der Einzelarbeit über die Schultern zu schauen  und anschließend darüber in einem Lerngespräch zu reden. Unser Leitthema dabei war: Alleinstellungsmerkmal HKIT. Was sind HKIT, wie können wir von HKIT sprechen? Gerade in der Einzelarbeit haben wir intensiv geforscht und sind dabei in vielerlei Richtung fündig geworden.

Dabei ist mir aufgefallen, dass wir zur Bewertung der Wirksamkeit der HKIT nicht die Standardfragebögen verwenden können, die zur Beurteilung in Wirksamkeitsstudien verwendet werden sondern, dass in den HKIT ganz andere Kriterien zählen. Hier ein paar Anregungen von denen ich hoffe, dass sie von euch noch ergänzt werden:

Projekt Fragebodgen HKIT (ich lasse mal den Verschreiber, weil er so vieldeutig ist. Stellen Fragen nicht auch einen Boden dar? eine Ausgangsbasis? Ist die Beantwortung der Fragen nicht enorm wichtig um an Boden zu gewinnen?

HKIT Alleinstellungsmerkmal

Gesundheitssystem

Wir stellen fest, dass die HKIT nicht systemtreu sind, also vom Krankenkassensystem und Gesundheitssystem unabhängig sind, das wirkt sich aus auf die Arbeitsweise aber auch auf die Freiheit, die wir als Therapeutinnen haben, dem Klientel zu folgen und nicht irgend welchen am Grünen Tisch ausgedachten Therapiemodellen, die oft meilenweit von der therapeutischen Realität entfernt sind und nicht berücksichtigen, was das Klientel wirlich braucht, das ist eine traurige Tatsache, denn das Gesundheitssystem wird ja von eben diesem Klientel finanziert.

Angewandter Tanz

Die HKIT beschäftigen sich mit Tanz als angewandter Kunst. Kein Elfenbeinturm der Kunst sondern Tanz im Alltag steht bei uns auf dem Programm. Wie tanzt Frau ihren Alltag, Doppelbelastung etc.? Beispiel: Gehen, als Grundbewegung, hier finden wir die Basics aus dem Bauchtanz wieder, die Basics der HKIT. Wir folgen also einer Bewegungslehre, die im Körper wahrnehmbar ist, die unseren Focus auf das Innen, den Innenraum richtet. Im Gegensatz zu der vorherrschenden Bewegungstheorie im Tanz nach Laban, in der der Außenraum zentral ist. Damit krempeln wir die Wahrnehmung im Tanz völlig um und dies führt uns dann unmittelbar zu der Körperpsychotherapie von Gerda Boyesen.

Biodynamik

Das Körperwahrnehmungsmodell Gerda Boysens beruht auf dem Zwiebelprinzip, von der Haut über Muskeln, Faszie bis zu den Knochen. Hier treffen wir auf Bewegungsblockaden die körperpsychotherapeutischer Natur sind. Die Gewebepanzer sind in den HKIT Bewegungspanzer. Unserem biodynamischen Verständnis in den HKIT zu folge lassen sich diese Bewegungsblockaden nur auflösen, wenn die energetische Flüssigkeit in und zwischen den Zellen wieder ins Fließen kommt, also die Membranen der Zellen sich der Pulsation des Osmotischen Drucks öffnen. Da heraus kommen unsere praxiserprobten körperpsychotherapeutischen HKIT-Methoden. Die für uns allesamt Heilungstanzrituale darstellen. Beispiele: Tarantella, Schleusen öffnen, Massage, AATINI, Atemarbeit, Übungen zur Abgrenzung und Körperwahrnehmung u.v.m..

Soziales Lernen

Tanz- und Bewegungsrituale stellen ein soziales Lernfeld für alle Beteiligten dar. Sie bieten vielfältige Möglichkeiten sich in einer Gruppe auszuprobieren und neu zu organisieren, ebenso bieten sie gerade für Frauen viele Möglichkeiten von andern zu Lernen (Modelllernen) auf der Basis des Hinhörens zu sich selber in Kontakt zu den anderen gehen.

Pädagogischer Ansatz in der Psychotherapie

Die HKIT arbeiten mit der Verbindung von Pädagogik und Psychotherapie. Lernen in der Therapie ist bei uns anerkannt und wird gelehrt und praktiziert. Da geht es nicht nur um Erkennen sondern auch darum, wie lässt sich das in der Therapie erkannte in den Alltag übertragen. Das berühmte: Nimm deine Coach und gehe, muss bei uns keine alleine machen. Dazu braucht es andere. Siehe auch Soziales Lernen oder Angewandter Tanz weiter oben.

Die HKIT pflegen einen erweiterten Bewegungsbegriff

Atem ist Bewegung. Wir sehen die kleinsten Microbewegungen als überaus tänzerischen Ausdruck, lange bevor er im Außenraum wahrgenommen werden kann bewegt sich etwas in uns, regt sich der Atem, dort in der Pulsation der Zellmembranen setzt der Tanz der HKIT an. Kaum spürbar und doch wirksamer als jede große Geste. Dadurch wird in den HKIT die Yinebene in den Focus gerückt. Tanzen als Ausdruck des Yang, gerne, aber nicht ohne das Yin, den sicheren Boden, den Grund auf dem wir stehen. So macht der Atem die Bewegung, bringt die Bewegung hervor, der wir dann letztendlich in den Außenraum folgen. Lernschritte: 1. Atmen 2. Durchlässigkeit 3. Bewegung

Wir arbeiten in den HKIT mit Stimme

Das ist keienswegs üblich in der Tanztherapie, in den HKIT jedoch ein Vegetativum und beruht auf unseren Biodynamischer Hintergrund, jedes Mittel ist uns recht um die energetische Flüssigkeit wieder ins Fließen zu bringen und damit unsere Lebensenergie.

HKIT und Sexualität

Unser Verständnis von Sexualität wurzelt im Libidobegriff von Siegmund Freud. Lebensenergie = Sexualität. Unsere Tänze sind in folgedessen geprägt von unserem Geschlecht, unserer Geschlechtlichkeit, wir suchen nach Möglichkeiten uns als Frauen zu spüren und zu leben. Eine Teilnehmerin sagte: Die Gewalttätigkeit nach innen hört auf.

Schluss

Damit möchte ich vorerst diese Gedanken zum Alleinstellungsmerkmal HKIT schließen und warte gerne auf Ergänzung und Diskussion aus eueren Reihen . Besonders interessiert mich, wie ein nicht systemtreuer Fragebogen aussehen könnte? Was verändert sich durch die Arbeit mit den HKIT und ist enorm wichtig für uns in der Tanztherapie?

Und ich möchte noch eine zweite Frage aufwerfen zur Therapeutischen Beziehung. Inwieweit trainieren wir in der Ausbildung HKIT die Fähigkeit eine erfolgreiche, also wirksame therapeutische Beziehung aufzubauen. Der therapeutischen Beziehung wird nach Pfannmatter und Tschacher, siehe weiter vorne im blog, die höchste Wirksamkeit vor den angewandten Methoden in der Psychotherapie zugesprochen. Also ist es mehr als berechtigt, die Therapeutische Beziehung in den Mittelpunkt einer tanztherapeutischen Ausbildung zu stellen.

Supervisons August 2016

In unserem nächsten Supervisionsblock sind wir Gastgeberinnen des Forums HKIT 2016, worauf wir uns besonders freuen. Da geht es darum, heraus zutreten, sich zu zeigen mit den eigenen Erfahrungen und den HKIT und wir feiern 30 Jahre HKIT. Also Festtage, auch in der Supervision. Melting Pot: Austausch, Feiern und Tanzen.

Termin: 9.-13. August 2016.

 

 

 

 

 

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