Nähe und Verbundenheit in der Performancearbeit

http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=63557

Seit einiger Zeit beobachte ich die Entwicklung der Performancearbeit der weltberühmten Künstlerin Marina Abramovic und stelle gewisse Parallelen in ihrer Kunst zu DD fest. Gestern Abend nun in 3 sat sehe ich, wie sie die Modoratorin Tina Mendelsohn an ihrem Körper hält, es fehlt nur noch, dass sie sie langsam zu Boden ruschen lässt, weil das ist unschwer zu sehen, so kann sich Tina Mendelsohn nicht wirklich hingeben, wenn sie sich auf den Beinen halten muss.

Es freut mich, von so hochgelobter Stelle Unterstützung für unsere Dancing Dialogue Arbeit zu bekommen, geht es uns doch seit nun mehr fast 20 Jahren um die Begegnung von Körpern auf der Bühne, um Nähe und Verbundenheit. Eduardo Chillida sagt: Was mich interessiert ist nicht die Form, was mich interessiert ist das was zwischen zwei Körpern passiert. Durch Marina Abramovice kommt nun von höchster Stelle die Bestätigung, dass Kunst auch heilsam sein darf, gerade von ihr, die sich die letzten Jahrzehnte durch einen ganzen Verletzungsparcurs performt hat.

So eine Bestätigung brauchen wir zwar nicht aber sie ist wohltuend und zeigt mir immer wieder, wie up to date wir in DD sind. Nützt die offenen DD-Angebote im Mai und im August um mehr über die DD zu erfahren und tanzt mit uns. G.F.

HKIT Konzept und theoretische Grundlagen

Aufgrund einer Nachfrage aus einer HKIT-Gruppe hier mein Hinweis, für alle, die mehr über die HKIT wissen wollen, wenn ihr links bei Archiv runtergeht bis ihr bei DEZ 2014 angekommen seid, ab dort finden sich Texte, die ich zusammengestellt habe um die theoretischen Hintergründe der HKIT und unser daraus folgerndes Konzept darzustellen. Diese Texte beginnen alle mit Therapie … und stellen eine sehr umfassende Bestandsaufnahme zu den HKIT dar, vor allem machen sie deutlich, welche Bandbreite HKIT heute hat. Dann viel Spaß beim Lesen und ich freue mich über jede Rückmeldung. G.F.

P.S. habe diese Texte oben jetzt auch aufgezählt neben diesen Theoretischen Arbeiten von mir findet ihr in diesem blog auch sehr viele Fallbeispiele, die für die Praxis oft sehr wertvoll sind.

Schattenarbeit HKIT

Liebe Gabriele,

ich lese mit Interesse Deine Blogs. Immer wenn ich Zeit finde gebündelt

und ich bin sehr dankbar dafür, dass es dieses Instrument der Vernetzung

für mich gibt.

Es ist so, dass ihr, alle Frauen von HKIT, mir damit sehr nahe seid. Die

„Wurzel“ bist Du!

Wenn ich Deine Blogs lese, dann denke ich es ist wie mit dem Krautsalat

in meinem Leben.

Die Dinge brauchen oft eine neue Begrifflichkeit und sind dann wieder

angesagt: HIPP!

Mit der amerikanischen Variante „Cole Slaw“ waren die Schüsseln leer

gefuttert.

Ich habe auch ein Thema für einen Blog welches mich momentan sehr

interessiert:

Schattenarbeit HKIT:

Ich kopiere einen Text den ich beim Googlen zu dem Thema entdeckt habe:

Was ist Schattenarbeit? Schatten sind die Teile von uns, die wir

irgendwann abgespalten und unterdrückt haben oder ablehnen. Sie sind Teile

unserer Persönlichkeit, die wir aus Angst nicht zeigen wollen. Diese Teile

— sie können positiv oder negativ sein — haben wir in einen „Sack“

gestopft. Oft verwenden wir unbewusst soviel Zeit und Energie darauf, die

Dinge im Sack versteckt zu halten, dass wir keine Kraft mehr haben, das

Leben zu führen, das wir möchten. In Schattenarbeit halten wir es für

angebracht und nützlich einen Schattensack zu besitzen und einige Schatten

darin zu verstauen. Doch wenn uns das Gewicht des Sacks herunterzieht,

wenn es uns daran hindert der zu sein der wir eigentlich gerne sein

möchten, ist es an der Zeit den Sack aufzuschnüren.

Unsere Schatten sind wie verborgenen Schätze, gefüllt mit unbekannter

schöpferischer, nützlicher Energie. Sobald ein Schatten jedoch längerer

Zeit im Sack gesteckt hat, stellen wir zuweilen fest, dass er verkrustet

ist und schlecht riecht.

Wenn wir uns entschließen den Sack zu öffnen und einen Teil des darin

befindlichen Materials zu betrachten, ist eine sichere Umgebung sehr

wichtig. Unser Alltagsleben bietet oft nicht den besten Rahmen, um einen

Schatten in Angriff zu nehmen. Wahrscheinlich möchte niemand lang

unterdrückte Trauer ausleben, wenn er sich am Arbeitsplatz befindet oder

in der eigenen Beziehung erste Experimente mit Wut durchführen.

Unsere Schatten können uns das Leben schwer machen, deshalb haben wir sie

ja anfänglich auch in den Sack gesteckt. Schattenarbeit bietet einen Raum

in dem wir die Schatten vorsichtig, sicher und nach unserer freien

Entscheidung aus dem Sack holen.

Schattenarbeit bietet uns dann die Möglichkeit unser neues Wachstum in

einem Umfeld zu beginnen, das frei von Urteilen, Gruppendruck oder Kritik

ist.

In einer vollkommen privaten und sicheren Atmosphäre erhält der Teilnehmer

Zugang zu tiefen Gefühlen, Befreiung, Inspiration, Kreativität und Frieden.

* Verstehen, warum sie sich auf eine bestimmte Weise verhalten.

* Sich weiterentwickeln und dabei Unterstützung und Hilfe finden.

* An Gefühlen wie Angst, Trauer, Wut oder Scham arbeiten

* Alte Verhaltensmuster durchbrechen.

Was kannst Du mir dazu schreiben, welche Erfahrungen Du und andere

HKITlerinnen haben?

Im Hin- und Her mit dem Thema mit meinen Eltern habe ich wieder angefangen

für mich zu tanzen.

Denn in mir löst dieses Thema Wut, Trauer und Resignation und Hass aus.

Es ist eine große Trauer, ja Resignation über das was nicht ist und das

was nicht in dem Masse wie ich gebe zur mir zurückkommt,oder

zurückgekommen ist. Obwohl ich doch das geliebte Kind sein wollte und

immer wieder viel gegeben habe und Liebe lebe.

Der Weg über den Atem zu mir und zu meinen unterdrückten Gefühlen zu

kommen war einfach. Die Türen öffneten sich leicht und ich konnte etwas

von der Trauer entladen und sofort ging es mir besser.

Über die Re-Traumatisierung bin ich an diese tiefsitzenden Gefühle

gekommen und es ist eine große Herausforderung sie auszuhalten und da sein

zu lassen.

Mein Ziel ist es die Gefühle jetzt zu heilen und Frieden zu finden.

Ich freue mich über den Austausch mit Dir und anderen.

Herzliche Grüße S

 

meine antworten (meine Hand ist noch nicht ganz fit nach der Karpaltunnel OP)

1.der begriff schattenarbeit kommt aus der gestalttherapie, fritz und lore perls, esalen institut, usa. und rückt einen aspekt therapeutischen arbeitens in den vordergrund: nicht geliebte anteile von uns selbst

2. die hkit sind eine ganzheitliche körperpsychotherapeutische arbeit. wir arbeiten auch aber nicht ausschließlich zum thema schatten.

3. In der maskenarbeit dd der letzten zwei jahre zeigten sich sowohl die schatten als auch ihre auflösung und integration in die landschaft der tänzerinnen überaus plastisch und haut nah. heftige prozesse gingen voraus oder parallel oder wirkten nach.

4. wichtig im Umgang mit unseren Schatten scheint mir ein gutes handwerkszeug, wie wir das in den hkit tänzerisch erwerben und die vertrauensvolle Vernetzung mit einer gruppe und einer therapeutin, diese vernetzung ist ein herzstück der hkit-arbeit und wichtig, um siegreich aus diesem kampf mit den drachen hervorzugehen und nicht zu retraumatisieren, also in der alten Sch… stecken zu blieben

liebe S., erst gestern sprach ich mit G. über schatten, jetzt kommt dieser begriff von deiner seite heute wieder, was für coincidenzen …

ich spüre dich, erinnere deine besorgnis als wir uns das letzte mal sahen, da war diese Trauer und Wut schon da … spontan fällt mir das wort trauerarbeit ein … trauern dürfen und dafür zeit haben … und dabei die feindbilder anschauen, so dass sie allmählich verblassen können … OMULU

im Tanzen kommen die bewegungen dieses großen Heilerorixa, wenn wir sie einladen. Zeige deine Wunden sagt OMULU. Wir können die großen hkit bitten uns durch dunkle zeiten zu begleiten … das tust du, wie du schreibst …

keine schafft es allein, wir brauchen ein netz um uns geliebt und getragen fühlen zu können.Dann ist es möglich den Schatten zu begegnen ohne zu retraumatisieren. Komm tanz mit mir, sagt Trudi Schoop. Also, los, wie wäre es mit Brasilien, ich fliege am 15. Jänner an den 5. Strand, Sonne, Meer und Palmen und jeden Tag am Strand mit OMULU. Mehr geht nicht.

Oder doch? Die DDs sind eine kontinuierliche Gruppe in die ihr nach den Ausbildungen am Institut eintreten könnt um nicht alleine da zu stehen in euerem Lebenstanz und für diejenigen HKITlerinnen die diese Chance genutzt haben waren die letzten 2 Jahre Tanz mit der Maske ein voller Gewinn, vor allem in Bezug auf den Tanz mit Licht und Schatten und was anderes ist Bühne? G.F.

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der nachtkrab und die weiße – eine annäherung im tanz der schatten

KONTAKT

Die vor ein paar Tagen geschriebenen Zeilen im vorangegangenen Blogeintrag lassen sich fortführen in das Thema Kontakt hinein. Die Wirksamkeitsstudien der Psychotherapie zeigen auch für die Körperpsychotherapie wie wichtige die KlientInnen-TherapeutInnen Beziehung ist für den Erfolg der gemeinsamen Arbeit, keine Methode kommt an diese Erfolgsquote heran. Ich denke besonders in der Körperpsychotherapie ist es wichtig, dass diese Beziehung stimmt, sonst öffnen sich die Türen in die Körperwelten der KlientIn nicht.

Bei einer meiner Klientinnen zeigen sich massive Blockaden, so dass sie ihr Becken nicht mehr wahrnehmen kann, das sie immer gut gespürt hat. Es kündigt sich ein Wandel an, wir wissen beide nicht welcher. Sie will nicht in Bewegungen ausweichen, wie sie es nennt oder in Gefühle sondern einfach bei dem leeren Raum bleiben, den sie da spüren kann. Was nun? Wir suchen nicht nach schnellen Lösungen sondern warten ab.

Da es sich um eine erfahrene Klientin handelt kann ich nach fünf Tagen Einzel das so stehen lassen und muss mich als Therapeutin nicht um ein Happy Ending bemühen, vielmehr schauen wir der Tatsache ins Auge, so wie es jetzt ist ist es. Alles andere dann. Der Körper lässt sich nicht zwingen.  Was die Klientin braucht und weiß, dass sie es braucht, sind meine Hände. Der Kontakt zu meinen Händen. Da entlang geht ihr Heilungsweg.

Eine andere Klientin ist auf den Grund ihrer Knochen gesunken, auf Mark und Bein, wie der Volksmund sagt. Ich spüre unter meinen Händen, wie sie in Kontakt geht mit ihren Knochen, sie beatmet. Das ist nach fünf Tagen ein voller Erfolg der wie bei obiger Klientin aus dem Kontakt kommt zwischen meiner Hand und ihrem Körper.

Gerda Boysen sagte: Die Knochen, wenn eine Verletzung auf diese Körperebene gesunken ist, dann ist das der tiefste Grund. Für mich sind unser Knochen immer auch Erde, die größte Erde die wir haben. Eine Verletzung in den Knochen aufzuspüren und zu heilen ist also echte Tiefenarbeit, da braucht es Bewegungen wie in einem Bergwerk. Die Klientin hat sich Ton mitgebracht und formt in zu einem Kochenrelief, sie nennt es: Die Knochenfrau. Der konkrete Kontakt zum Ton hilft ihr Kontakt aufzubauen zu ihren Knochen.

Kontakt ist das Zauberwort in diesen Tanztagen, aus der Berührung entspringt die Bewegung, die Sicherheit, das Vertrauen, die Zuversicht, der Glaube an sich selbst, das Sich-wahr-nehmen dürfen. Die lange verschüttete, oder sogar nie gelernte Hinwendung zu sich selbst zeigt sich. Wie auch, wenn die Mutter oder Pflegeperson in der Kindheit diese Hinwendung zu sich selbst auch nicht praktiziert hat. Von Generation zu Generation weitergegebene Ohnmacht.

Als Therapeutin spüre ich, wie sich ein Netzwerk aufbaut im Spüren können von meinen Ahnen und denen meiner Klientinnen über unseren Kontakt. Aus der Geschichte, der Geschichtetheit unseres Körperseins heraus verändert sich da etwas, der Kontakt, die Kontaktfähigkeit mit uns selbst und mit anderen. Das ist ein großartiges Gefühl, in diesem Netzwerk mitten drin zu sitzen, meine Hände zu spüren. Die Knochen meiner Klientin, während unten im Tanzhaus Elke Wagner mit ihrer Gruppe zu Nana tanzt.

Danke für diese Erfahrung. Dazu brauchen wir die Tanzheimat und wir wollen alle gar nicht wieder weg aus diesem Heilungsraum, der sich uns da geöffnet hat, während die Herbstsonne ihr novemberlich Bestes gibt. Ich sehe einen Sonnenplatz den sich eine Frau mit dicken Wolldecken unter dem Balkon des Gästehauses eingerichtet hat und bins zufrieden. G.F.

Wie sich unser Selbst formt

Ich bin zur Zeit in der Einzelarbeit in Inzmühlen. Es ist ein spannendes Thema, das unsere Tanztage durchzieht, das ich in etwa so formulieren könnte: Wie sich das Selbst formt oder Wie wir werden, was wir sind oder die Substanz aus der wir gemacht sind. Alle diese Worte umkreisen den sensomotorischen Raum,  den Raum, wo wir uns fühlen und wie wir gelernt haben uns zu fühlen, die Widerstände, die Grenzen, die Offenheiten, bis hin zu den Verlassenheiten die wir mit unserem Körper frühkindlich  oder fötal erlebt haben und bis heute noch erleben und wie wir diese Strickmuster aus denen sich unser Wahr Nehmen unser Empfinden und damit unsere Bilder, Worte, Symbole geformt haben also unsere gesamte Kognition, die sich aus dem sensomotorischen Raum aufstellt, wie wir die in ein anderes Fahrwasser bekommen können, heraus aus Einsamkeit, Verlassenheit, Grenzenlosigkeit, hinein in Kontakt, in Resonanzräume.

Eine meiner Klientinnen meint: Ich bin gegen antiautoritäre Erziehung und meint damit, ich bin gegen jedwede Grenzenlosigkeit bei Kindern. Wir reden darüber, dass autoritäre Erziehung keine Alternative sein kann. Weil sie im Körper Grenzen schafft, die starr sind, unbeweglich, uns erstarren lassen, Rigidität. Wir kommen über ein, dass das Schlüsselwort für jede Grenze Beweglichkeit sein muss, Durchlässigkeit. So wie Mauern gegen Flüchtlinge oder Zäune kein Ausweg sind sondern damit beginnen erst die Probleme. Menschen wurden an der Mauer zur DDR erschossen, in Israel wurde eine Mauer gebaut, die USA an der Grenze nach Mexiko baut dort ihre Zäune in Mauern aus um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Ich denke an die Mauern um Privatgründstücke auf der Insel in Brasilien die ich kenne … diese Maueren zeigen ungelöste soziale Konflikte, außerhalb und innerhalb von uns, wir können in unseren Zellmembranen solche Mauern  aufbauen, doch Mauern, Grenzen wollen sich bewegen, sie werden mit Gewalt zerstört oder sie bröckeln, wie die Chinesische Mauer oder die vielen Burgmauern in meiner Heimat.

Antiautoritäre Erziehung aber will kein Lass-sie-machen-was-sie wollen. Sie will, dass wir nicht irgendwelchen fremden Autoritäten folgen sondern lernen uns selbst zu bestimmen, wie Kant das formuliert: Heraustreten aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit. Daran arbeiten wir gerade in tiefen Zellschichten. Ein Kind ist abhängig und hat seine Unmündigkeit niemals selbst verschuldet. Halten wir uns als Erwachsene aber auf dem Status der kindlichen Verletztheit, dann steht es an, das Zepter selbst in die Hand zu nehmen und die Grenzen durchlässig zu gestalten in eine neue Lebendigkeit als Erwachsene hinein.

Das braucht viel Hinspüren im Hier und Jetzt. Wo sind die verklebten Schichten, die Erstarrungen und wo die Bewegungen die sich durch die Erstarrung hindurch drücken? Wir sind neugierig und gespannt, wie sich unser Körper verändert durch diese Feinarbeit, denn das ist, was wir spüren können, das ist eine überaus kreative Spur. Wir führen eine Bewegung zu Ende. Wir füllen und fühlen uns anders, wenn die Zellmembranen anfangen wieder durchlässiger zu werden. Aufbruchstimmung liegt in der Luft.

John Berger beobachtet dieses Geschehen bei den Höhlenmalereien in der Grote Cauvet:

Es ist unerheblich, wie groß wir sind, wenn wir uns gegen die Oberfläche schieben: wir mögen riesig oder winzig sein – es zählt allein, wie weit wir durch den Fels gekommen sind.

aus Gegen die Abwertung der Welt, Essay, Grotte Chauvet, John Berger, Hanser, 2003, S 38

 

In eigener Sache

liebe blog Leserinnen, heute mal in eigener Sache. Gerade hat Gesine Bahn ihren Kommentar am 7. Nov. eingestellt, bekommt ihr eigentlich solche Einträge angezeigt und scrollt dann da mal runter? oder brauchen solche späteren Kommentare eigentlich einen aktuellen Marker?

Ansonsten werde ich leider die nächsten Wochen ausfallen, das Karpaltunnelsyndrom hat mich ereilt, eine PC Krankheit, die aber auch Bäuerinnen trifft, einfach Menschen, die viel mit den Händen feinmotorisch unterwegs sind … eigentlich eine typische Frauenkrankheit, deshalb weiß auch kein Mensch davon und wird auch nicht vor dieser Erkrankung als Berufskrankheit gewarnt, oder habt ihr einen Kleber an euerem PC gefunden mit der Aufschrift: Vorsicht, du ruinierst dir deine Hände und Feinmotorik am PC?

Früher traf es die Frauen an der Schreibmaschine, da aber heute auch Männer am PC sind ist zu hoffen, dass diese Berufskrankheit mehr publik wird? Es handelt sich um eine chronische Entzündung der Sehnen in der Hand, die dadurch verdicken und die Nerven abklemmen, die durch den Karpaltunnel verlaufen und die Finger versorgen … . Ob wohl ich schon vor 3 Jahren wegen Sehnenscheidenentzündung bei der Ärztin war sagte mir das niemand. Bis auf diese Woche meine Handchirurgin und bei der bin ich auch schon ein halbes Jahr in Behandlung.

Langer Rede kurzer Sinn, ich muss mal schauen, wie es nach der OP weiter geht. Ich hoffe es läuft alles gut und ihr hört, vielmehr lest dann in 6 Wochen wieder von mir. Danke für die vielen guten Genesungswünsche und Segen, die mich in der letzten Zeit erreicht haben. Es ist wohltuen soviel Mitgefühl zu spüren. G.F.

Komm tanz‘ mit mir

Manchmal höre ich Radio im Auto und dann kann es sein, die Musik trifft mich und kommt in mir an, also schaue ich daheim bei youtube, yes, Chopin, über die Nocturnos bin ich bei den Walzern gelandet. Ich lasse sie dank Kabel über meine bose-Lautsprecher laufen und tauche ein in die Arm- und Beinbewegungen die Chopin bei mir erst mal auslöst. Als Kind ging ich mal ein paar Wochen ins Ballett, es war mir unbehaglich und ich ging dann bald nicht mehr hin, aber das Klavier und die Musik dort in der alten Villa mit Holzparkett kommen aus meiner Erinnerung, wenn ich Chopin höre.

Ich lasse mich also erst mal mit den Extremitäten tanzen und führe mich dann sanft zu meinem Inneren, indem ich hinspüre, was für eine Verbindung die Arme zur Wirbelsäule haben, die Beine zum Becken, das dauert, da sind Muskeln aber eben auch Bänder und Faszie … bis ich das Gefühl habe, der ganze Körper wird bewegt und meine Bewegungen kommen allmählich von innen nach außen.

Mein Atem will gesehen werden und ich tauche ein in den FLOW des Tanzgeschehens. Dazu möchte ich euch gerne einladen, Musik an und los, es ist so heilsam, was ich festhalte kommt wieder ins Fließen, eine große Erleichterung stellt sich ein. Euch viel Freude bei so einem Tänzchen mit Chopin, warum auch nicht? G.F.

Brasil 2017

Der neue Header ist mir so zugefallen, nachdem ich den alten versehentlich gelöscht hatte musste ein neues Bild her und siehe da, meine Sehnsüchte bei dieser Weihnachtsstimmung im Wintermoor brechen mit mir durch. Ich stehe am Strand der Koralleninsel Morro de Sao Paulo, Ebbe, und tanze mit den kleinen weißen Reihern, die sich hier ihr Essen besorgen und scheu davon fliegen, sobald ich mich beim Spaziergang nähere. Es ist übrigens leer an diesem Strand, grad so, wie es auf dem Bild sichtbar wird, auf der anderen Seite des Meeres Afrika. Es ist 30 Grad warm und das Wasser 25 +.

Einige von Euch kennen diesen Strand, Praia do Encanto und haben ihn, wie ich lieben gelernt. Es ist Abendstimmung, die Luft feucht vom ablaufenden Wasser, ich bewege mich, Stefka sieht mich von weit her kommend tanzen und knipps drauf los. Ein verschwommenes Foto entsteht. So wie sich hier am Strand die Haut anfühlt, die Konturen des Körpers durchlässig werden für die überaus angenehme Luftfeuchtigkeit, die Haut und Haaren entgegen kommt und die Segnungen der Meeresbriese in sich trägt.

Ende Januar, also in zwei Monaten, genauer gesagt vom 29. Januar bis 12. Februar 2017 starten wir zu einer Brasilientanzstudienreise nach Salvador und an diesen Strand. Zu beginn dieser Reise steht das Fest von Jemanja in Salvador am Strand, das größte Fest, das Salvador im Jahreslauf zu bieten hat, bei dem sich viele Terreiros beteiligen und viele Filias und Filios dos Santos das Ufer bevölkern, tanzen, in Trance gehen,  zu Orixas werden in den afrobrasilianischen Rhythmen, danach reisen wir weiter an den Strand, den ihr auf dem Header seht und tanzen dort in unsere ganz persönlichen Jemanjaerfahrungen hinein.

Sowohl die Flugpreise als auch die Unterkünfte sind enorm günstig, warum also noch warten? Diese HKIT-Fortbildung in Sachen Orixa solltet ihr euch nicht entgehen lassen. Wer einmal hier war möchte wieder kommen. Brasilien hat eine Sogwirkung. Meldet euch im Instiutsbüro und erfahrt mehr über diese Reise.

Bis bald also am Strand in Bahia. G.F.

Dance makes us aware of our self

Zuschauerinnen

 

Noch ein wichtiger Nachklang zum Dancing Dialogue – Performance Projekt – Kloster Lüne 25./26. Juli 2016, in dem Caroline Benhöfer Buhr auf die besondere Qualität von Tanz aufmerksam macht, die so wenig erforscht ist im therapeutischen Geschehen, deshalb ja aber nicht weniger wirksam ist und ich denke wir können als HKITlerinnen da ruhig mal genauer hinschauen, wenn wir fragen: Was sind HKIT? Caroline BB spricht in dem Text verschiedene Heilweisen des Tanzens an: Gemeinschaftsgefühl, Zugehörigkeit, Nähe, Verbundenheit, Geborgenheit, Regenerationsmöglichkeit, FLOW, Zugang zum sensomotorischen Potential, zur Geschichte der persönlichen Landschaft, Modelllernen, Wege Verbundenheit herzustellen, Körperlichkeit, eine Heimat im Körperfinden, Bleiben dürfen, sein dürfen, ja zu sich sagen können.

Eine Zuschauerin erzählt

Caroline B.: Jede Klosterführung sollte so sein. So habe ich viel mehr vom Kloster verstanden vom Leben dort, von den Geschichten, von der Ausstrahlung der Gemäuer, von den Einrichtungsgegenständen.

Auf meine Nachfrage, was sie mit „so“ meint sagt Caroline: Ich konnte meinen Körper in Resonanz zu dem während der Performance Gesehenen und historisch Geschehenen spüren, durch den Tanz wurde das ganz körperlich für mich. Ich habe gesehen,wie die Tänzerinnen den Raum bewegt haben, geschoben, gezogen, weggedrückt, erweitert, geöffnet, wie sich die Körper zum Raum bewegt haben, mit ihm getanzt haben, wie eine Tänzerin den Raum in einem Türrahmen gefühlt und gefüllt hat indem sie sich vor und zurück bewegte, wie ein Kopf in einem Schränkchen für Sekunden verschwand und wieder auftauchte. Wie die Bewegungen der Tänzerinnen eingetaucht sind in das, was da war im Kloster und es damit für mich zugänglicher gemacht haben, spürbar, erfahrbar. Alle meine Sinne wurden geschärft und konnten sich entfalten.

Das Sitzen und Reden auf dem alten Holzfußboden nach der Performance hat für mich eine große Verbundenheit hergestellt unter uns ZuschauerInnen, weil wir uns mit unserer Wahrnehmung und unserem Erleben mit einbringen konnten und wir so eine Gruppe wurden mit den Tanzenden es stellte aber auch Verbundenheit mit der Geschichte dieses Raumes, Uhlenflucht, Kloster Lüne, her. G.F.

Dance makes us aware of our self.

Mit ihrem Text schließt Caroline BB die Türe von der Performance in das Heilungstanzritual der DD Performance in Kloster Lüne auf und macht deutlich, auf wie vielen Ebenen Tanzen therapeutisch wirkt. Der Tanz wird in dem Bericht von CBB zum Heilungstanzritual das die Folgen traumatischer Erfahrungen heilsam aufnimmt wie: Verlassenheit, Einsamkeit, Entwurzelung, Entkörperlichung, Depression, Entwertung, Flucht vor sich selbst und den anderen, Vertreibung jedweder Ausruhemöglichkeit und Regenerationsräume, Unruhe, Stress.

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RBB in der Türe, Ulenflucht Kloster Lüne 2016