Das neue Tanzjahr 2018

In den Startlöchern scharren die Hufe unseres OSTERevents bei dem sich DD und Supervison treffen. Das verspricht eine spannende Erfahrung zwischen Kunst und Therapiezu werden.

27.3.-3.4. 2018 Tanzheimat. Maske und Massage.

Gegensätzlicher scheint es nicht mehr zu gehen. Das Außen, das Image das unser Ego aufbaut, die Maske, die wir selbst geschaffen haben und die wir zur Schau tragen und im Gegensatz dazu Massage, die Tiefe der Gewebestruktur, „von ganz innen nach ganz außen tanzen. Atmung, innen sein, gucken, was sich da bewegt, wie es sich bewegt.“ Zitat Sylvia Borink, 21.2.18.

In der Maskenarbeit HKIT geht es letztendlich um nichts anderes als darum unser Ego in der Maske zu erkennen und es weiter zu entwickeln, wie FF am 21.2.18 sagt, geht es um eine Umbewertung der Gegensätze z.B. von Dunkel und Hell und eine Aufhebung der Gegensätze, wie sie das im Tanz mit ihrer Maske ganz konkret erfahren hat.

Die Arbeit mit den Masken verweist uns auf die Tiefenpsychologie. Rachel Pollack, Tarot, 78 Stufen der Weisheit, Knaur, hat in ihren Tarotinterpretationen das tiefenpsychologische Hintergrundmaterial zu unserer Maskenarbeit zusammengetragen. Ich verweise besonders auf die Trümpfe: Der Turm, Der Tod und Das Rad des Schicksals.

Beim Tod geht es um Maske und Ego und die Angst vor dem Tod.

Beim Rad des Schicksals ist das Thema Auflösung des Egos angesprochen. Die Angst vor der Dunkelheit als Teil des Egos aber auch das österliches Thema der Auferstehung klingt an, neues Leben das aus dem Chaos geboren wird.

Beim Turm stellt sich die Frage: Warum sich überhaupt mit dem Unbewussten konfrontieren? Vereinfacht stellt sich die Antwort so dar, dass unser Bewusstsein begrenzt wird durch die Bilder die wir uns machen (Maske, Sprache), durch die Symbole die unsere Kultur hervorgebracht hat und der Interpretation wir im Laufe unserer kognitiven Entwicklung verinnerlichen.

Wir entfernen uns mehr und mehr vom sensomotorischen Grund unseres Seins und das führt zu Instabilität unseres Turms an Weltinterpretationen, den wir uns aufgebaut haben und letztlich zu dessen Einsturz. Wer sind wir dann, wenn unser Ego zusammenstürzt wie ein Kartenspiel?

Wenn du auslöscht Sinn und Klang, was hörst du dann?, fragen japanische Mönche in einem Koan schon im 11. Jhr.. Zitat aus Joachim Ernst Behrendt, Nada Brahma, 1989. Hier trifft Kunst Therapie und sind wir bei dem Aufsatz von G. Waser in Psyche und Kunst, Thomashoff, Schattauer. Waser stellt die Frage “Kann Kunst den therapeutischen Prozess beeinflussen?“ und verweist in seinem Artikel auf die kognitive Entwicklung, die von Piaget erforscht wurde und auf die Bedeutung des sensomotischen Raums als Basis und Ausgangspunkt jeglicher Kognition.

Hier finden wir die besondere Bedeutung einer Tanz- und Körpertherapie wie den HKIT, die Wege aus Symbolik, Bildern, Sprache … aufzeigt hinein in das sensomotorische Spielfeld der Beweglichkeit, der Veränderung, der Erneuerung überkommener Lebensmuster und -vorstellungen. Im Tanz ist der Mensch wirklich.

Im Tanz, im Spiel erfahren wir das Fließen der Übergänge und können dem Turm folgen in seinen Bestrebungen das Bewusstsein aus dem zu eng gewordenen Glaubenskorsett zu befreien. Wege heraus aus Einsamkeit, Isolation und Verlassenheit führen über den sensomotorischen Raum, wie in FF mit ihrer Maske erfahren hat.

Hier nochmal das Zitat von FF: „Es geht um eine Umbewertung der Gegensätze z.B. von Dunkel und Hell und eine Aufhebung der Gegensätze.“ Da ist die Arbeit mit den Masken plötzlich ganz nahe an der Massageerfahrung von der Sylvia Borink sagt: „von ganz innen nach außen tanzen, Atmung, innen sein, gucken, was sich da bewegt, wie es sich bewegt.“

Jetzt sind wir bei dem letzten Trumpf des Tarot, der Welt, die tanzt angelangt. Es geht nicht um die Frage ob nun Ordnung oder Chaos das Richtige sind sondern um den Tanz mit den Polen. Siehe hierzu auch die im Blog vom 20. Jan. 2018 angesprochenen Forschungen zu nichtlinearen und linearen Systemen.

Unsere tänzerische Ausgangsbasis in den HKIT ist das Ebenenmodell von Gerda Boyesen. Es liegt ihrer Körper- und Massagearbeit zu Grunde und hat wesentlichen Einfluss auf unsere Tanzarbeit. Das Ebenenmodell kennt ihr aus der Grundausbildung, wir werden es an den Ostertanztagen vertiefen und als Einsieg in das sensomotorische Feld von Maske, Massage und Tanz einmal genauer unter die Lupe nehmen.

Winterliche Impressionen aus Schierling

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Musik zum Tanz

Eine der vielen TanzpartnerInnen in DD ist uns die Musik. Sie berührt auf besondere Art und Weise unsere Seele im Tanz. Hier kommen ein paar klassische Musikstücke die Gudrun aus Bayern schickt. Ich tanze sehr gerne zu Bach oder Chopin, meist sind es jedoch die Interpreten, die ich spüren kann.

Diese Musik möchte ich gerne mit euch teilen.

 

 

 

Last call

Zu meinem Geburtstag lade ich am Sonntag zu einer Sondervorstellung von Anna Karenina auf den Hermannshof ein. Dieses kleine Theater bringt uns den Kulturhimmel der Großstadt Berlin aufs Land. Ein Juwel in der Heidelandschaft. Mit dem voremanzipatorischen Stück Tolstois wird uns wie mit Ipsens Nora oder ein Puppenheim und wie mit den Märchen eines H.C. Andersen, alle 19. Jahrhundert, bewusst, da musste eine Antwort kommen. Die kam dann auch mit den Suffragetten im 20. Jahrhundert und den vielen Frauen nach ihnen die sich für die Rechte der Frauen stark machten und machen. Last call So 18.2.18 Hermannshoftheater, Wümme 5. Eintritt frei.

https://de.wikipedia.org/wiki/Suffragetten

Abschied

Die letzten Tage hier nutze ich für kleine Ausflüge an meine Lieblingsplätze hier auf der Insel.

690FD433-C9F8-4B82-90C8-FFB77EAB79C9Blick vom Leuchtturm auf den ersten und zweiten Strand von Morro de São Paolo.

Hier oben gibt es noch ein Stückchen Mato das die Zivilisation noch übrig gelassen hat.

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Der Blick in die andere Richtung zeigt gerade den Katamaran, der nach Salvador losfährt. In 2-3 Stunden sind die Touristen wieder in der Großstadt, wenn nicht die Wale dazwischen kommen und der Kata auf der Hochsee zum Walwatching anhält.

Dass meine Lust ins wintrige Moor zurück zu fahren gering ist muss ich nicht sagen. Der Tanz im Dialog mit Wellen, Wind und Wärme ist nicht zu toppen.

G.F.

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G.F.
Jahrgang 1951. Ich arbeite als Tänzerin seit 40 Jahren mit Menschen in Bewegung. Auf dem Hintergrund der Körperpsychotherapie Gerda Boysens und eines umfassenden Studiums weltweiter Heilungstanzrituale und der Trancearbeit von Dr. Feliciatas D. Goodman entwickelten sich die HKIT und entstand das Institut HKIT und die Tanzheimat Inzmühlen in der Lüneburger Heide in enger Zusammenarbeit mit meinen Mittänzerinnen. „Niemand schafft es allein.“ Zitat Malcom Gladwell, Überflieger. Aktuell biete ich ein Tanzstudium in Dancing Dialogue als lifelong learning prozess an und arbeite als Coach DD und Supervisorin HKIT

Ich bin Leben

Ich antworte GB auf ihr Feedback zu unserem DD Workshop 2017.

Liebe GB, danke für deine Gedanken. Es spricht mich sehr an, was du schreibst, weil du viel Zentrales aus der DD Arbeit aufgreifst und wichtige DD Themen sichtbar macht.

Ich könnte jetzt zu allen Themen noch ein bisschen Senf dazu geben und sie in den blog stellen, sozusagen als Aushängeschild: hier ist DD drin und als Werbung für unsere kreative Tanzarbeit oder auch als Modelliermasse für die anderen DDs sozusagen zur freien Gestaltung.

Es spricht mich sehr an, was du über die leisen Töne und kleinen Tänze schreibst und ich denke, ja, unbedingt auf die HKIT Bühne damit … welches Handwerkszeug braucht es, damit sichtbar zu werden? Wie sagt Georgia O‘KEEFFE? Wir müssen das kleine Stiefmütterchen ganz groß malen, wenn wir wollen, dass die Leute stehen bleiben  und es ansehen.

Es spricht mich auch sehr an, was du über Umbruch im Leben schreibst … ja, unbedingt, da sprechen die Gesetze des Nicchtlinearen zu uns. Kennst du die Tarotkarte der Turm? Ein hoher Turm gerät ins Wanken, bekommt Risse, die Menschen stürzen aus den Fenstern, Erneuerung von einmal Festgelegtem, Festzementiertem steht an, im Innen wie im Außen. Wie tanzt sich das?

Ich finde es auch wichtig über den kreativen Faktor in unseren Widerständen zu reflektieren … da mischt uns STW mit ihrer Musik immer wieder gerne ordentlich mit musikalischen Herausforderungen auf😁, wofür ich ebenfalls sehr dankbar bin.

Und dann, was du über das Wasser schreibst, seinen nichtlinearen Charakter und die darin verborgene Schöpfungskraft … damit habe ich mich gerade wieder ein bisschen beschäftigt, siehe Blog mit dem Herzartikel vom Sa 20. Januar 2018, es ist sooo wichtig, dass wir neben allem Ordnen und Sortieren immer wieder über die Kunst, den Tanz an unsere kreativen, nichtlinearen Kräfteverbinden.

In diesem Sinne nur das Beste für das neue Tanzjahr für dich auf allen deinen tänzerischen Spielfeldern.😘

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Hier das Feedback auf das ich mich oben beziehe
Ich bin Leben

Auszüge aus dem Feedback einer DD zu unserem DD Novemberblock

Im Dialog mit dem Wasser tanzen – Formgebende Bewegung im Atem

Im Wasser geht es mir ja oft so, dass ich sofort andocken kann an diese Urmasse entstehenden Lebens, wabernd im mollig warmen Wasser, einzellig dahin treiben, eine unter vielen, mit der Bewegung des Auf und Zu, Öffnen und Schließen und als Mensch der ich dann ja doch bin Einatmen und Ausatmen.

An der Seeve hat es sich dann fortgesetzt, die Entstehung des Lebens, das Wasser mit seinen Fließbewegungen, unterschiedlichen Farben und Wasserpflanzen, die Bäume, Wurzeln, Steine, Erde, Sand, und ich erinnere den Moment in dem ich im Zeitraffer die EntWicklung des Menschen von der Befruchtung bis zur Geburt im Zeitraffer gespürt habe: Ich bin Leben – nicht: ich lebe; das ist ein Unterschied…

Im Dialog mit Musik tanzen – an Widerständen wachsen

Ich erinnere des weiteren die DDTänze mit Stefka Weilands Begleitung, mit denen ich ja zunächst Probleme hatte und mit meinen Widerständen tanzen musste, die sich erst im zweiten Durchgang gelegt hatten und ich mich einlassen konnte. Interessant daran finde ich dass ich ja nach meinem ersten Block DD zu meinen anderen HKiTErfahrungen in Therapie und Pädagogik darin sah, dass es da etwas gibt das über mich hinaus weist, das Subjektive auflöst, aber im November habe ich mich nun erstmal mit mir und meinen Widerständen beschäftigen müssen…

Im Dialog mit der Bühne tanzen – sehen und gesehen werden

Du hattest mir ein paar Fotos und Videos geschickt. Ich bin ja eine Liebhaberin der leisen und kleinen Tänze, aber ich meine schon gesehen zu haben wie verhalten ich bin und dass Bühne etwas anderes braucht. Und ich sehe für mich auch wo ich einfach nur getanzt habe, zwar mit Lust und Freude, aber wo schon noch etwas fehlt. —

Im Dialog mit der eigenen Entwicklung tanzen – Das Leben tanzend gestalten

Du fragtest auch wo wir stehen. Ich glaube bei mir ist gerade viel im Umbruch. … G.B.

In den Raum der gewaltfreien, weil zeitgewährenden HKIT Arbeit eintauchen

Hier die Fortsetzungsgeschichte von SB, die als kleines Mädchen einen Unfall mit einem VW Bus hatte und sich dabei den Oberschenkelhalsknochen brach. Heute ist sie eine DD und seit ich sie kenne dreht sich ihr Tanz um die Heilung ihrer Verletzung auf vielen Ebenen.

G.F.: Was mich berührt ist, was du über deine Knie schreibst und von deren Durchlässigkeit. Erinnerst du dich an meine Schwierigkeiten anfangs, dich zu fotografieren? Ich wusste selbst nicht, warum die Fotos immer nicht ausdrückten, was ich sah? Da spüre ich jetzt die Undurchlässigkeit. Sie irritierte mich, ich konnte sie wahrnehmen aber nicht benennen … erst jetzt, wo du es spürst denke ich, ja, das war es, was mich irritiert hat … interessant … ich schaue ja nicht bewertend sondern nehme den Ausdruck einer Tänzerin als ihren augenblicklichen an, so wie er ist und da gab es irgend einen Bruch, den ich nicht verstand.

Ich bin schon sehr neugierig zu sehen, wie du dich weiterbewegt hast. Auf jeden Fall bin ich froh, dass du am Ball geblieben bist über die Jahre, dass du tanzt, das bewegt dich voran und ist so wunderbar … magst du gerne mal zu unserem Osterevent Musik mitbringen, zu der du tanzt? Das fände ich spannend …

SB: Ja, so empfinde ich es auch mit den Fotos! Und es ist wirklich so spannend, die Umsetzung der Kraft aus dem Becken über die Beine in Richtung Füße und darüber hinaus wahrzunehmen bzw. wo es in der Mitte/den Knien stockt. Ich hätte auch vorher nicht richtig benennen können, wo es stockt. Konnte fühlen, dass die Füße durchlässig sind, dass das Becken durchlässig ist, spürte aber dennoch immer wieder eine gewisse Schwere in den Beinen.

Klar! Weil die Knie noch nicht so können, wie sie könnten! Sie sagen „Hilfe“, haben das Gefühl, halten zu müssen, empfinden in der Beweglichkeit Zittern und Unsicherheit, haben Angst zusammenzubrechen, wenn sie das Halten aufgeben. Aber ich sage ihnen, dass sie das auch nicht müssen und viel Zeit haben, sich neu auszuprobieren.

In den letzten Tagen kann ich auch die Bruchstelle am Oberschenkelhalsknochen deutlich spüren. So toll, wie sich alles weiterbewegt, mit dem freudigen Gefühl „der Weg ist das Ziel“. Es ist immer wieder so ein Labsal, in den Raum der gewaltfreien, weil Zeit gewährenden HKIT-Welt einzutauchen.

Ich bringe gern Musik zu Ostern mit, es ist eigentlich alles HKIT-Ausbildungsmusik…hihi… gerne dabei: „Dance of the Orixas“. Und ich arbeite zur Zeit hauptsächlich mit dem Schleusen öffnen, wobei ich mir sehr viel Zeit mit den einzelnen Schleusen lasse. Das fand ich schon bei Elke Wagner immer so toll. Es lohnt sich so sehr, sich viel Zeit dafür zu nehmen und zum Schluss fühlt sich der Körper dann an wie Gel, einfach herrlich.

Zum ersten Mal habe ich bewusst innerlich körperlich wahrgenommen, wie sich die Kniebeuge anfühlt, dass es sie überhaupt gibt, und wie sie mit der knöchernen Kniescheibe korrespondiert und dass es links und rechts Bänder gibt, die mit Ober-und Unterschenkel verbinden. Fulminant! 😊